Ursula Renner

 

Die Zauberschrift der Bilder

Bildende Kunst in Hofmannsthals Texten

Rombach-Verlag Freiburg, Reihe Litterae

 

Das Buch zeigt, wie Hofmannsthal der zersetzenden Macht der Begriffssprache zu entkommen sucht, indem er das nonverbale Zeichensystem der bildenden Kunst (Böcklin, Van Gogh, Poussin u.a.) für einen 'Diskurs der Unbegrifflichkeit' literarisch zu nutzen sucht. Nicht daß sie 'Natur' abbildet, ist nach Hofmannsthal der Vorzug bildender Kunst, sondern daß sie, wie die Träume, lebendiges Zeugnis ablegt von der schöpferischen Individualität und den Wahrheiten der Seele. Bilder transponieren das Leben und machen anschaulich, "was sich im Leben in tausend anderen Medien komplex äußert". Bei Hofmannsthals produktiver Rezeption bildender Kunst geht es folglich um ein zentrales Problem der klassischen Moderne - um die Frage nach der Kommunizierbarkeit innerer Erfahrungen und darum, wie das Kaleidoskop der ästhetischen Zeichen wirkungsmächtig in Bewegung gehalten werden kann.

 

Ursula Renner, Promotion 1979, Visiting Assistant Professor in den USA, Habilitation 1995, Privatdozentin an der Universität Freiburg im Breisgau. 1998/99 Visiting Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien. Veröffentlichungen insbesondere zur Jahrhundertwende (Hofmannsthal, Andrian, Joseph Roth, Musil) und zur produktiven Rezeption bildender Kunst. Mitherausgeberin des Hofmannsthal-Jahrbuches und der Reihe ‚Cultura‘ im Rombach-Verlag.